Fachklinik Meckenheim

Einrichtung zur medizinischen Rehabilitation drogen-, alkohol- und medikamentenabhängiger Männer

Opioid­abhängigkeit

Die Opioidabhängigkeit wird als eine schwerwiegende, chronisch-rezidivierend verlaufende Erkrankung beschrieben. Opiatabhängige zeigen häufig eine hohe psychische Belastung durch seelische Traumata, was zu einer Reihe von sog. komorbiden psychischen Erkrankungen führen kann (z.B. affektive Erkrankungen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Traumafolgestörungen). Häufig tritt die Opiodabhängigkeit mit Abhängigkeiten von anderen Substanzen, aber auch mit somatischen Folge- und Begleiterkrankungen auf. Die Prävalenz in Deutschland gilt als stabil, jedoch mit einer Zunahme des durchschnittlichen Alters der Betroffenengruppe (Scherbaum 2013/2014). In unserer Fachklinik lag 2017 der Anteil der Patienten mit der Hauptdiagnose Opiodabhängigkeit bei 44,6%.

Anhand von Verlaufsuntersuchungen ist bekannt, dass Abstinenzraten von 10-20% erreicht werden und auch nach langjähriger Abstinenz ein erhebliches Rückfallrisiko besteht. Demzufolge ist eine stabile, langfristige Abstinenz nicht das alleinige Therapieziel in der Behandlung Opioidabhängiger. Die Verbesserung des gesundheitlichen und sozialen Zustands hat hier eine große Bedeutung (Scherbaum 2013). Je nach psychischer, somatischer und psychosozialer Situation und der Motivationslage des Betroffenen stehen Entzugsbehandlung, Entwöhnungsbehandlung und ggf. auch medikamentös gestützte Nachsorge als abstinenzorientierte Behandlung sowie die Substitutionsbehandlung als Behandlungsoptionen zur Verfügung.

In unserer Fachklinik bieten wir für Opiodabhängige nach erfolgter Entzugsbehandlung eine abstinenzorientierte Entwöhnungsbehandlung an. In Berücksichtigung der Verlaufsform der Erkrankung spielen hier die psychoedukativen Gruppen „Suchtinformation“ und „Rückfallprophylaxegruppe“ eine wichtige Rolle. Im Rahmen der psychotherapeutischen und psychiatrischen Behandlung werden die psychischen Belastungen differenziert erhoben und behandelt. Somatische Folge- und Begleiterkrankungen werden mitbehandelt, hierfür stehen Behandlungsmöglichkeiten aller Fachrichtungen in der näheren Umgebung zur Verfügung. Für Rehabilitanden mit einer Hepatitis C-Infektion steht eine Kooperation mit der Universitätsklinik zur Verfügung, die eine antivirale Behandlung innerhalb der Entwöhnungsbehandlung ermöglicht.