Fachklinik Meckenheim

Einrichtung zur medizinischen Rehabilitation drogen-, alkohol- und medikamentenabhängiger Männer

Drogeninduzierte Psychose / Schizophrenie

Psychotisches Erleben im Rahmen des Drogenkonsums, drogeninduzierte Psychose und Drogenkonsum im Rahmen einer Schizophrenie – die Ausprägungen der Psychose kann sehr unterschiedlich sein. In jedem Fall handelt es sich um deutliche Veränderungen der Wahrnehmung, der Emotionalität und der Kognitionen, des Selbstbildes, des Ausdruckes und der sozialen Interaktion.

Nachdem zunächst sequentielle Behandlungen durchgeführt wurden, herrscht mittlerweile Einigkeit darüber, dass bei Rehabilitanden mit Doppeldiagnose Psychose und Sucht eine integrierte Behandlung der schizophrenen Erkrankungen und der Abhängigkeit erfolgen sollte. Hierbei werden stützend-fürsorgliche Konzepte aus der psychiatrischen Krankenversorgung und klassische suchttherapeutische Ansätze mit Betonung der Eigenverantwortung aufeinander abgestimmt (Gouzoulis-Mayfrank 2010).

Aufnahmevoraussetzung in unsere Fachklinik ist, dass keine akutpsychiatrische Behandlungsbedürftigkeit und keine schweren kognitiven Einschränkungen bestehen.

Im Rahmen der medizinischen Behandlung bieten wir Rehabilitanden mit der Begleiterkrankung Psychose eine engmaschige psychiatrische Behandlung mit den Schwerpunkten Psychopharmakologie und spezifische Psychoedukation an. Aufgrund der im Vergleich zur Akutpsychiatrie deutlich längeren Behandlungszeiten kann eine sorgfältige Auswahl der Medikation bzw. eine genaue Einstellung der Dosis erfolgen. Bei entsprechendem Krankheitsverlauf kann auch ein Auslassversuch unternommen werden. Ziel ist eine ausreichende Wirkung der Medikation mit möglichst geringen unerwünschten Wirkungen und geringer Beeinflussung der kognitiven Fähigkeiten, der Emotionalität und der Psychomotorik zu erreichen.

Als Ergänzung zur medizinischen Behandlung wird in Einzel- und Gruppenpsychotherapie das Metakognitive Training (MKT) mit dem Ziel eingesetzt, den Rehabilitanden für kognitive Beeinträchtigungen (z.B. Neigung zu voreiligem Schlussfolgern, Beharrungstendenzen, Schwierigkeiten beim Einfühlen in andere Menschen), denen ein Einfluss bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Schizophrenie zugesprochen wird, zu sensibilisieren.

Die Arbeits- und Ergotherapie dient zum Erlernen und Einüben eines regelmäßiges Tagesrhythmus sowie einer Tagesstruktur, dem Training kognitiver Fähigkeiten und den Grundarbeitsfähigkeiten, die im Rahmen der Begleiterkrankung Psychose häufig eingeschränkt sind. Das individuell ausgerichtete sporttherapeutische Behandlungsprogramm fördert die Psychomotorik und die körperliche Leistungsfähigkeit. Entsprechend der aktuellen Studienlage führt vor allem Ausdauertraining bei Patienten mit Schizophrenie zu einer Verbesserung des globalen Kognitionsniveaus, der Symptomschwere und der Lebensqualität (Keller-Varady et al. 2017).